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Wettkampfregeln
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Wettkampfregeln


Wettkampfregeln

Deutsche Kickbox Bundesliga

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Inhaltsverzeichnis:

Präambel 3

Wettkampfregeln 3

1. Die Kampffläche 3

2. Wettkampfkommandos 4

3. Kampfzeit 4

3.2. Anhalten der Zeit 4

3.3. Anhalten der Zeit bei Verletzung 4

3.4. Kampfzeitverlängerung bei Zeitspiel 5

4. Kampfunterbrechung 5

5. Erlaubte Kampftechniken 5

5.1.1. Handtechniken 5

5.1.2. Fußtechniken 5

6. Erlaubte Angriffsziele 6

7. Nicht erlaubte Angriffsziele, verbotene Techniken und Verhaltensweisen während des Kampfes 6

8. Wertungen 7

8.6. Entscheidung bei unterschiedlichen Wertungen: 8

8.7. Teamwertung 8

8.8. Liga-Punkte 8

9. Regelverstöße 8

10. Bestimmungen zum Schutze der Gesundheit des Kämpfers während des Kampfes 11

11. Entscheidungen 12

11.1. Kampfaufgabe: 12

11.1.1. aus Gründen des Gesundheitsschutzes 12

11.1.1.1. Kampfaufgabe durch Kämpfer: 12

11.1.1.2. Kampfaufgabe durch Teamleiter: 12

11.1.2. aus sonstigen Gründen 12

11.2. Kampfabbruch wegen Verletzung: 12

11.3. Ablauf der Kampfzeit / "TIME OVER": 13

11.4. Disqualifikation des Gegners: 14

11.5. Unentschieden: 14

11.6. Nichtantreten des Gegners 14

11.7. Kampfabbruch ohne Entscheidung 14

12. Widerspruch 15

Anhang I >> Verhaltensmaximen 17


Präambel

″In der Kunst des Kämpfens handelt es sich nicht um Sieg oder Niederlage, nicht um stärker oder schwächer, nicht um einen Schritt vor- oder rückwärts.″

Takuan (Zen-Meister, 1583-1645)

”Nicht den Sieg, sondern den Weg zum Sieg sollten wir schätzen."

Prof. S. Arima

″Ein Kampf beginnt mit Respekt und endet mit Respekt″

Unbekannt

Die Deutsche Kickbox Bundesliga (im Folgenden ″DKBBL″ genannt) ist bestrebt zwischen dem sportlich fairen Messen der Kampffähigkeiten auf der einen und dem größtmöglichen Schutz der Gesundheit eines jeden Kämpfers auf der anderen Seite ein ausgewogenes Gleichgewicht zu schaffen. Demgemäß gelten auch während des Kampfes die Verhaltensmaximen der DKBBL (siehe Anhang I) für alle am Kampf beteiligten Personen gleichermaßen; seien es Angehörige der Teams oder des Kampfgerichts. Zudem stellt sie die folgenden Wettkampfregeln und -richtlinien auf:



Wettkampfregeln


Die Liga-Wettkämpfe werden ausschließlich als Team-Kämpfe im Semikontakt durchgeführt.



1. Die Kampffläche

1.1. Die Kampffläche beträgt beim Liga-Wettkampf 6 x 6 bzw. 8 x 8 Meter.

1.2. Auf Bundesebene sind Bodenmatten (z.B. Puzzlematten) Pflicht.

1.3. An der Kampffläche müssen jeweils in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen:

1.3.1. Tische und Stühle für das erweiterte Kampfgericht (Kampfflächenleiter, Listenführer, Zeitnehmer, Punkteanzeiger und Eskorte) sowie für den Arzt / das Sanitätsteam;

1.3.2. eine Uhr mit Unterbrechungsfunktion sowie ein akustisches Signal (Gong, Glocke o.ä.) oder Zeitsäckchen.



2. Wettkampfkommandos


"SHAKE HANDS"

Aufforderung an die Kämpfer sich zu Beginn eines Kampfes mit Handschlag zu begrüßen.

"FIGHT" / "KÄMPFT"

Aufforderung an die Kämpfer mit dem Kampf zu beginnen oder diesen nach einer Unterbrechung fortzuführen.

"STOP"

Der Kampf ist sofort zu unterbrechen und darf erst wieder nach erneuter Aufforderung des Hauptkampfrichters weitergeführt werden.

"SCORE" / "WERTUNG"

Aufforderung an die Seitenkampfrichter eine Wertung abzugeben.

"TIME OUT" / "ZEITSTOPP"

Die Zeit ist anzuhalten. [Mit den Händen ist ein ″T″ nachzuformen]

"TIME OVER"

Der Kampf ist sofort zu stoppen und als beendet zu erklären.



3. Kampfzeit

3.1. Die Kampfzeit für alle Kampfklassen (Herren, Damen, männliche und weibliche Jugend) beträgt pro Teammitglied:

1 Runde à 2 Minuten

3.2. Anhalten der Zeit

Die Zeit wird nur angehalten beim "TIME OUT" / "ZEITSTOPP"-Kommando des Hauptkampfrichters.

3.3. Anhalten der Zeit bei Verletzung

3.3.1. Bei Verletzungen darf die Zeit nur solange angehalten werden, bis festgestellt ist, wie schwer die Art der Verletzung ist und ob der Kampf sofort weitergeführt werden kann oder ob abgebrochen werden muss.

3.3.2. Eine Behandlung der Verletzung während dieser Unterbrechung ist nicht möglich. Sie kann nur nach dem Kampf vorgenommen werden.

3.3.3. Die Unterbrechung des Kampfes darf 30 Sekunden nicht überschreiten.

3.3.4. Ausnahme: Kann ein Kämpfer, der im Kampf schwer gefault wurde und danach seine Kampfbereitschaft zeigt, nach Auffassung des Hauptkampfrichters nicht sofort ohne Einschränkung weiterkämpfen, so kann dieser ihm eine Erholungspause bis zu einer Minute gewähren.

3.3.5. Ist eine Behandlung der Verletzung erforderlich, so muss der Kampf abgebrochen werden. Für die dann vom Hauptkampfrichter zu treffende Entscheidung siehe Ziffer 11.2.

3.4. Kampfzeitverlängerung bei Zeitspiel

Versucht ein Kämpfer erkennbar seinen Vorsprung an Trefferpunkten über die Zeit zu retten, z.B. durch Mattenflucht, durch absichtliches Sich-Fallenlassen oder durch sonstiges Zeitspiel, kann der Hauptkampfrichter eine Verlängerung der Kampfzeit um 15 Sekunden anordnen.

Eine zusätzliche Ahndung dieser Aktion gemäß Ziffer 9 (insbesondere im Hinblick auf Ziffer 9.7.8 und Ziffer 9.7.9) bleibt vorbehalten.



4. Kampfunterbrechung

Kämpfe werden nur unterbrochen bei erkannten Treffern zur Wertung, beim Clinch, bei nicht ordentlichem Sitz der Schutzausrüstung, bei verminderter Kampffähigkeit, bei Verletzung oder bei sonstigen Regelverstößen.



5. Erlaubte Kampftechniken

5.1. Folgende Techniken dürfen im Kampf angewendet werden:

5.1.1. Handtechniken

Jab = Fauststoß mit vorderer Hand

Punch = Fauststoß mit hinterer Hand

Hook = Haken

Backfist = Faustrückenschlag

Ridgehand = Innen- und Außenhandkantenschlag

5.1.2. Fußtechniken

Frontkick = Vorwärtsfußstoß

Sidekick = Seitwärtsfußstoß

Roundhousekick = Halbkreisfußstoß mit dem Fußspann oder dem Fußballen

Hookkick = Hakenfußstoß mit der Ferse oder dem Fußballen

Crescentkick = Umgekehrter Halbkreisfußstoß mit dem Fußspann oder dem Außenrist

Axekick = Hammerkick

Jumpkick = gesprungener Fusßstoß (beide Füße müssen sich deutlich sichtbar – etwa 30 cm – vom Boden gelöst haben)

Footsweep = Fußfeger (Ausführung: Fußschutz gegen Fußschutz und nicht von vorne. Dabei dürfen die Hände des Ausführenden erst nach abgeschlossener Technik den Boden berühren.)

5.2. Hand- und Fußtechniken müssen über die gesamte Kampfzeit ausgewogen angewendet werden, wobei diese nur anerkannt werden, wenn sie die Absicht erkennen lassen den Gegner zu treffen.

5.3. Kämpft ein Kämpfer fast ausschließlich nur mit Hand- oder nur mit Fußtechniken, so muss er ermahnt / verwarnt und im Wiederholungsfall mit einem Minuspunkt bestraft werden (siehe Ziffer 9.7.5).



6. Erlaubte Angriffsziele

Folgende Körperpartien dürfen mit den erlaubten Kampftechniken (Ziffer 5) angegriffen werden:

6.1. der Kopf oben, vorn, seitlich und hinten

6.2. der Oberkörper vorn und seitlich

6.3. die Füße nur zum Fegen (von innen und außen bis Knöchelhöhe)



7. Nicht erlaubte Angriffsziele, verbotene Techniken und Verhaltensweisen während des Kampfes

7.1. Folgende Angriffsziele sind nicht erlaubt:

Angriffe gegen Genick, Kehlkopf, Unterleib, Rücken, Beine und Gelenke

7.2. Folgende Techniken sind verboten:

7.2.1. unkontrollierte und blinde Faustrückenschläge aus der Drehung

7.2.2. Würfe

7.3. Folgende Verhaltensweisen sind verboten:

7.3.1. dem Gegner den Rücken zudrehen

7.3.2. weglaufen

7.3.3. sich fallen lassen

7.3.4. zu tiefes Abducken (unterhalb der eigenen Gürtellinie)

7.3.5. offensichtliches Klammern

7.3.6. blinde Techniken

7.3.7. Ringkampfaktionen

7.3.8. einen Gegner anzugreifen, der mit einem anderen Körperteil außer den Füßen den Boden berührt

7.3.9. das Verlassen der Kampffläche

7.3.10. Aktionen nach dem Kommando "STOP" oder nach Ablauf der Kampfzeit

7.3.11. unsportliches und aggressives Verhalten (siehe Ziffer 9.8.4)

7.3.12. Sprechen der Kämpfer während des Kampfes und wiederholter Handgruß



8. Wertungen

8.1. Jede erlaubte, sauber ausgeführte und gestandene Technik, die ein erlaubtes Angriffsziel mit kontrolliertem, leichtem Kontakt trifft, wird je nach Schwierigkeitsgrad mit folgenden Trefferpunkten bewertet:

1 Punkt für erlaubte Handtechniken aller Art zum Kopf oder Körper

1 Punkt für erlaubte Fußtechniken aller Art zum Körper

1 Punkt für saubere Fußfeger (klares Brechen des Gleichgewichts, Gegner geht zu Boden)

2 Punkte für erlaubte Fußtechniken aller Art zum Kopf

2 Punkte für Fußfeger mit sofortiger Folgetechnik

2 Punkte für gesprungenen Fußstoß zum Körper

3 Punkte für gesprungenen Fußstoß zum Kopf

8.2. Nach jedem erkannten Treffer wird der Kampf gestoppt und die Wertung der Technik von jedem Kampfrichter, auch vom Hauptkampfrichter, angezeigt.

8.3. Treffer werden nur anerkannt bei Stimmenmehrheit der Kampfrichter.

Bei insgesamt drei Kampfrichtern sind also mindestens zwei Kampfrichter nötig, die die gleiche Technik gesehen haben müssen, um eine gültige Wertung abzugeben.

Bei insgesamt fünf Kampfrichtern müssen es mindestens drei sein.

Zeigt nur ein Kampfrichter einen Treffer an, kann keine Wertung vergeben werden.

8.4. Die Wertung der Technik wird durch den Hauptkampfrichter bekannt gegeben.

8.5. Gleichzeitige Treffer müssen für beide Kämpfer anerkannt und nach den ausgeführten Techniken bewertet werden.

8.6. Entscheidung bei unterschiedlichen Wertungen:

Zeigt ein Kampfrichter einen Punkt an, der andere jedoch zwei, so muss der Hauptkampfrichter die Seitenkampfrichter zu sich rufen und sie danach befragen, was sie gesehen haben.

8.6.1. Haben beide die gleiche Technik gesehen – einer zum Kopf, der andere jedoch zum Körper – wird die niedrigere Wertung gegeben. Ebenso verhält es sich z.B. bei einem gesprungenen Fußstoß.

Beispiel: KR 1: keine Wertung

KR 2: 1 Punkt (Körpertreffer)

KR 3: 2 Punkte (Kopftreffer)

Es ist folgende Entscheidung zu treffen: Die niedrigere Wertung löst die Mehrheitsentscheidung ab und der Kämpfer erhält die geringere Punktwertung.

8.6.2. Haben die Kampfrichter jedoch unterschiedliche Techniken gesehen, erfolgt keine Wertung.

8.7. Teamwertung

Die einzelnen Kämpfe werden nicht gesondert gewertet, das heißt, die Trefferpunktstände der einzelnen Kämpfe werden addiert und am Ende siegt das Team mit der höchsten Trefferpunktzahl.

8.8. Liga-Punkte

Die Siegermannschaft erhält zwei Liga-Punkte, die Verlierermannschaft erhält null Liga-Punkte. Bei unentschieden erhält jedes Team einen Liga-Punkt.



9. Regelverstöße

9.1. Regelverstöße werden vom Hauptkampfrichter, je nach Schwere des Verstoßes, mit Ermahnungen / Verwarnungen, Minuspunkten oder Disqualifikation geahndet.

9.1.1. Ermahnung / =
Verwarnung

(attention)

Hinweisen des Kämpfers auf ein Regelverstoß, jedoch noch ohne Folge.

9.1.2. Minuspunkt =

(warning)

Hinweisen des Kämpfers auf ein Regelverstoß, jedoch mit der Folge, dass ihm ein Trefferpunkt aberkannt wird.

Dies wird in Trefferpunkten folgenderweise umgesetzt:

Der Gegner bekommt einen Punkt hinzu, da im Falle eines Null-Punktestandes eine negative Punktewertung nicht möglich ist.

9.1.3. Disqualifikation =

(disqualification)

Ausschluss des Kämpfers vom weiteren Kampfgeschehen und Ernennung des Gegners zum Sieger.

Dies wird in Trefferpunkten folgenderweise umgesetzt:

Der disqualifizierte Kämpfer bekommt 0 Punkte; der Gegner bekommt seine erzielten Trefferpunkte, mindestens jedoch 8 Punkte für sein Team gutgeschrieben.

Der disqualifizierte Kämpfer ist auf dem Team-Aufstellungsformular zu kennzeichnen.

9.2. Ein Kämpfer ist in der Regel nur nach zwei vorangegangenen Ermahnungen / Verwarnungen mit einem Minuspunkt zu bestrafen. Drei Verwarnungen führen automatisch zur Disqualifikation.

Ahndungsablauf "Regelverstöße":

1. Ermahnung / Verwarnung > 2. Ermahnung / Verwarnung >

> 1. Minuspunkt > 2. Minuspunkt >

> 3. Minuspunkt = Disqualifikation

9.3. Der Hauptkampfrichter soll bei Regelverstößen in erster Linie ermahnen / verwarnen.

Bei einer Ermahnung / Verwarnung hat er gleichzeitig mit den Fingern die 1. bzw. 2. Ermahnung / Verwarnung deutlich zu machen.

Bei der 2. Ermahnung / Verwarnung hat er den Kämpfer ferner darauf hinzuweisen, dass weitere Unsportlichkeiten in der Folge geahndet werden.

Ein 3. Regelverstoß hat gleichzeitig einen Minuspunkt zur Folge.

Bei grob unsportlichem Verhalten oder groben Regelverstößen kann er gleich einen Minuspunkt verhängen, ohne dass Ermahnungen / Verwarnungen vorangegangen sein müssen.

Äußerst grobe Verstöße muss er sofort mit einem Minuspunkt ahnden. Die in Ziffer 9.8 aufgeführten Kriterien sind hier entsprechend anzuwenden.

9.4. Ein Minuspunkt muss vom Hauptkampfrichter deutlich mit erhobenem Finger und einer folgenden Halbkreisbewegung nach unten direkt vor dem Kämpfer klar zum Ausdruck gebracht werden.

Er hat ferner darauf zu achten, dass dieser Minuspunkt am Kampfrichtertisch auch in der Bewertung berücksichtigt wird.

9.5. Beim erstmaligen absichtlichen Verlassen der Kampffläche ist sofort eine Ermahnung / Verwarnung auszusprechen.

9.6. Die Ermahnungen / Verwarnungen für das Verlassen der Kampffläche sind gesondert von den Ermahnungen / Verwarnungen für andere Regelverstöße zu werten. Dies gilt jedoch nicht für die Minuspunkte.

9.7. Folgende Aktionen eines Kämpfers ziehen Ermahnungen / Verwarnungen und/oder Minuspunkte nach sich:

9.7.1. zu harter Kontakt

9.7.2. unsauberer Kampfstil / unsaubere Techniken

9.7.3. ständiges Klammern

9.7.4. ständiges und wiederholtes Abducken

9.7.5. zu wenig Fuß- oder Handtechniken

9.7.6. unerlaubte Techniken

9.7.7. grobe Unsportlichkeit

9.7.8. Mattenflucht

9.7.9. Zeitspiel

9.8. In schwerwiegenden Fällen kann der Hauptkampfrichter eine Disqualifikation auch aussprechen, ohne dass vorher eine Ahndung durch Minuspunkte erfolgt ist. Zum Beispiel:

9.8.1. bei extrem hartem Kontakt (vor allem zum Kopf)

9.8.2. bei exzessivem Nachschlagen nach dem Kommando "STOP" oder nach Ablauf der Kampfzeit

9.8.3. bei Verlassen der Kampffläche, wenn der Kämpfer nicht innerhalb von 10 Sekunden nach Aufforderung durch den Hauptkampfrichter wieder kampfbereit auf der Kampffläche steht

9.8.4. bei grob unsportlichem Verhalten eines Kämpfers – wie z.B. durch Beleidigung eines Kampfrichters, des Gegners oder des Publikums – sowie bei aggressivem Verhalten etc.

9.8.5. bei absichtlicher Ausführung verbotener Techniken

9.9. Besonders schwerwiegende Fälle der in Ziffer 9.8 aufgeführten Regelverstöße wird der Hauptkampfrichter der Geschäftsführung der DKBBL anzeigen, die dann über eine zeitlich befristete oder ggf. sogar über eine lebenslange Sperre dieses Kämpfers für den Liga-Wettkampf beraten wird.



10. Bestimmungen zum Schutze der Gesundheit des Kämpfers während des Kampfes

10.1. Nach den Kommandos "STOP", "TIME OUT" / "ZEITSTOPP" und "TIME OVER" sowie beim Verlassen der Kampffläche ist jede Kampfhandlung sofort zu unterbinden.

10.2. Der Kampf ist nur zu führen bzw. weiterzuführen, wenn beide Kämpfer absolut kampffähig sind. Beim geringsten Verdacht oder Anhaltspunkt einer verminderten Kampffähigkeit durch Konditionsschwäche, Schlageinwirkung oder Verletzung muss der Kampf sofort unterbrochen werden.

10.3. Wird ein Kampf wegen verminderter Kampffähigkeit oder Verletzung eines Kämpfers unterbrochen, muss er unverzüglich vom Arzt / Sanitätsteam untersucht werden. Diese haben die Schwere der Beeinträchtigung festzustellen und über weitere ärztliche Folgemaßnahmen zu entscheiden. Die ärztliche Betreuung hat den Zweck, Schädigungsfolgen abzuwenden und nicht die Kampfunfähigkeit nachzuweisen.

10.4. Kann ein Kämpfer, der im Kampf schwer gefault wurde und danach seine Kampfbereitschaft zeigt, nach Auffassung des Hauptkampfrichters nicht sofort ohne Einschränkung weiterkämpfen, so kann dieser ihm eine Pause bis zu einer Minute gewähren.

10.5. Erleidet ein Kämpfer eine Beeinträchtigung, die mit einem Kopf-K.O. (Definition siehe DKBBL-Liga-Ordnung Ziffer II.1.4.3.1) vergleichbar ist und musste der Kampf deshalb abgebrochen werden, so fällt der Kämpfer unter die Schutzbestimmung der Ziffer II.1.4.3.3 DKBBL-Liga-Ordnung (= Schutzsperre gemäß Ziffer II.1.4.5.6 DKBBL-Liga-Ordnung). Der Vorfall ist sofort vom Hauptkampfrichter in der Wettkampfliste (= Wettkampfprotokoll) und/oder im Wettkampfpass zu vermerken. Der beeinträchtigte Kämpfer ist ferner auf dem Team-Aufstellungsformular zu kennzeichnen.



11. Entscheidungen

Folgende Entscheidungen des Hauptkampfrichters, die einen Kampf beenden, sind in Trefferpunkte gemäß den nachfolgend aufgeführten Bestimmungen umzusetzen:

11.1. Kampfaufgabe: 11.1.1. aus Gründen des Gesundheitsschutzes

Der Kampf kann durch einen Kämpfer oder durch dessen Teamleiter zum Schutze der Gesundheit des Kämpfers aufgegeben werden.

11.1.1.1. Kampfaufgabe durch Kämpfer:

Der Kämpfer muss in diesem Fall einen Arm gestreckt hochheben und den Boden mit einem Knie berühren. Nach der sofortigen Unterbrechung des Kampfes durch den Hauptkampfrichter, teilt der Kämpfer diesem seine Kampfaufgabe mit.

11.1.1.2. Kampfaufgabe durch Teamleiter:

Der Teamleiter muss in diesem Fall den Kampf durch Anzeigen des "TIME OUT"-Zeichens stoppen. Nach Unterbrechung des Kampfes durch den Hauptkampfrichter, teilt der Teamleiter diesem die Kampfaufgabe mit.

Dies wird in Trefferpunkten folgenderweise umgesetzt:

Der aufgebende Kämpfer bekommt 0 Punkte;
der Gegner bekommt seine erzielten Trefferpunkte, mindestens jedoch 5 Punkte für sein Team gutgeschrieben.

11.1.2. aus sonstigen Gründen

Wird der letzte Kampf eines Team-Duells erkennbar nicht zum Schutze der Gesundheit des Kämpfers, sondern lediglich aus taktischen Gründen (z.B. wenn die Kampfaufgabe zum Team-Sieg durch Trefferpunkteüberlegenheit oder zu einer vorteilhafteren Trefferdifferenz für das Team in der Liga-Rangliste führt) aufgegeben, so ist diese Kampfaufgabe (gemäß Ziffer 11.1.1.1 als auch gemäß Ziffer 11.1.1.2) als Team-Aufgabe anzusehen, was wie ein Nichtantreten des gesamten Teams gemäß Ziffer 11.6.4 gewertet wird.

11.2. Kampfabbruch wegen Verletzung:

Muss ein Kampf wegen Verletzung eines Kämpfers abgebrochen werden, so ist vom Hauptkampfrichter zusammen mit den Seitenkampfrichtern festzustellen, wer die Verletzung verursacht hat:

11.2.1. Handelt es sich um Eigenverletzung,

wird dies in Trefferpunkte folgenderweise umgesetzt:

Der verletzte Kämpfer bekommt seine erzielten Trefferpunkte gutgeschrieben;
der Gegner bekommt seine erzielten Trefferpunkte plus 5 Punkte für sein Team gutgeschrieben.

11.2.2. Hat der Gegner die Verletzung verursacht, ist weiter festzustellen,

11.2.2.1. ob die Verletzung durch Ausübung einer unerlaubten oder erlaubten Techniken verursacht wurde:

Bei Ausübung einer unerlaubten Technik, ist der Betreffende zu disqualifizieren.

Dies wird in Trefferpunkte folgenderweise umgesetzt:

Der disqualifizierte Kämpfer bekommt 0 Punkte;
der Gegner bekommt seine erzielten Trefferpunkte, mindestens jedoch 8 Punkte für sein Team gutgeschrieben.

Bei Ausübung einer erlaubten Technik, ist weiter zu fragen,

11.2.2.2. ob die Verletzung absichtlich oder unabsichtlich verursacht wurde:

Ist eine Verletzung absichtlich verursacht worden, ist der Gegner zu disqualifizieren.

Dies wird in Trefferpunkte folgenderweise umgesetzt:

Der disqualifizierte Kämpfer bekommt 0 Punkte;
der Gegner bekommt seine erzielten Trefferpunkte, mindestens jedoch 8 Punkte für sein Team gutgeschrieben.

Ist eine Verletzung unabsichtlich verursacht worden,

wird dies in Trefferpunkte folgenderweise umgesetzt::

Jeder Kämpfer bekommt seine erzielten Trefferpunkte für sein Team gutgeschrieben.

Voraussetzung dafür ist, dass der Arzt / das Sanitätsteam eine Verletzung feststellt.

Stellt der Arzt / das Sanitätsteam keine Verletzung fest,

wird dies in Trefferpunkte folgenderweise umgesetzt:

Der eine Verletzung vortäuschende Kämpfer bekommt 0 Punkte;
der Gegner bekommt seine erzielten Trefferpunkte, mindestens jedoch 5 Punkte für sein Team gutgeschrieben.

Nasenbluten:

Kann ein starkes Nasenbluten nach mehrmaligen Versuchen nicht gestoppt werden, ist der Arzt / das Sanitätsteam zu befragen, ob der Kampf abgebrochen werden muss. Ist dies der Fall, ist gemäß Ziffer 11.2. zu verfahren.

11.3. Ablauf der Kampfzeit / "TIME OVER":

Nach Ablauf der Kampfzeit bekommt jeder Kämpfer seine erzielten Trefferpunkte für sein Team gutgeschrieben.

11.4. Disqualifikation des Gegners:

Mit dem dritten Minuspunkt ist der Kampf abzubrechen und der entsprechende Kämpfer zu disqualifizieren.

Dies wird in Trefferpunkte folgenderweise umgesetzt:

Der disqualifizierte Kämpfer bekommt 0 Punkte;
der Gegner bekommt seine erzielten Trefferpunkte, mindestens jedoch 8 Punkte für sein Team gutgeschrieben.

In schwerwiegenden Fällen kann der Hauptkampfrichter eine Disqualifikation auch aussprechen, ohne dass vorher eine Ahndung durch Minuspunkte erfolgt ist. Zu den Kriterien hierzu siehe Ziffer 9.8.

11.5. Unentschieden:

11.5.1. Endet ein einzelner Kampf unentschieden, erhalten beide Kämpfer ihre Trefferpunkte für ihr Team gutgeschrieben.

11.5.2. Endet ein Team-Duell unentschieden, erhält jedes Team 1 Liga-Punkt.

11.6. Nichtantreten des Gegners

11.6.1. Tritt ein Kämpfer wegen Verletzung, wegen Verzicht oder aus anderen Gründen zu einem Kampf nicht an,

wird dies in Trefferpunkte folgenderweise umgesetzt:

Der nicht antretende Kämpfer bekommt 0 Punkte;
der Gegner bekommt 8 Punkte für sein Team gutgeschrieben.

11.6.2. Das Nichtantreten eines Kämpfers (wegen Verletzung, wegen Verzicht oder aus anderen Gründen) kann nur vor Beginn des Team-Duells dem Hauptkampfrichter gegenüber erklärt werden.

Eine derartige spätere Erklärung ist unzulässig und wird behandelt, als würde damit das Nichtantreten des gesamten Teams (wie in Ziffer 11.6.4 geregelt) erklärt werden.

11.6.3. Tritt ein Team mit weniger Kämpfern an, wie in der DKBBL-Liga-Ordnung Ziffer I.6 für Stammkämpfer vorgeschrieben, wird jeder fehlende Kämpfer als nichtantretender Kämpfer i.S.v. Ziffer 11.6.1 gewertet.

11.6.4. Tritt ein angemeldetes Team überhaupt nicht an, ist Ziffer 11.6.3 entsprechend anzuwenden.

11.7. Kampfabbruch ohne Entscheidung

Ein Kampf ist ohne Entscheidung abzubrechen, wenn er nicht mehr den Regeln entsprechend weitergeführt werden kann.

Der Hauptkampfrichter ist zu einem solchen Kampfabbruch insbesondere auf Grund höherer Gewalt, Ausfalls notwendiger Beleuchtung und gewaltsamer Störungen berechtigt.

Dies wird in Trefferpunkte folgenderweise umgesetzt:

Beide Kämpfer bekommen vorerst 0 Punkte. Der Kampf ist dann am Fortsetzungstermin des Liga-Wettkampfes unter Standardwettkampfbedingungen zu wiederholen.

Der Fortsetzungstermin des Liga-Wettkampfes ist frühstmöglich anzuberaumen und innerhalb einer Woche nach dem Abbruch ohne Entscheidung den Teilnehmern mitzuteilen.



12. Widerspruch

12.1. Entscheidungen des Kampfgerichts über Widersprüche sind endgültig und unanfechtbar.

Ebenfalls unanfechtbar sind die Entscheidungen des Arztes / des Sanitätsteams bzgl. des Gesundheitszustandes des Kämpfers.

12.2. Widerspruch kann nur bei nicht korrekter Anwendung / Einhaltung der Liga-Wettkampfregeln eingelegt werden.

12.3. Ein Widerspruch ist unmittelbar nach Begehung des Verstoßes mündlich beim Kampfflächenleiter des zuständigen Kampfgerichts oder beim Kampfrichterreferent zu erheben. Dabei ist der Widerspruch unter Angabe des begangenen Verstoßes zu begründen, wenn möglich ist die Ziffer gegen die verstoßen wurde zu benennen.

12.4. Über die Statthaftigkeit des Heranziehens von Bild- und Videoaufnahmen zur Unterstützung eines Widerspruchs entscheidet im Einzelfall das Kampfgericht.

12.5. Der Kampfrichterreferent bestimmt nach einer ersten Anhörung des Widerspruchseinlegenden darüber, ob das Kampfgericht (bestehend aus Kampfrichterreferent, zuständigem Kampfflächenleiter, beteiligtem Hauptkampfrichter und beteiligten Seitenkampfrichter) sofort mündlich über den Widerspruch entscheidet oder ob der Widerspruch schriftlich vom Widerspruchseinlegenden bei der Geschäftsstelle der DKBBL einzureichen ist.

Bei dieser Entscheidung hat der Kampfrichterreferent den reibungslosen Wettkampfablauf sowie die Dringlichkeit einer sofortigen Entscheidung über den Widerspruch zu berücksichtigen.

12.6. Zweifelhafte Fälle, die nicht in den Liga-Wettkampfbestimmungen geregelt sind, sollen nach freiem Ermessen im Sinne der sportlichen Fairness nach bestem Wissen und Gewissen entschieden werden.

12.7. Ergeben sich Auslegungsschwierigkeiten in unmittelbarem Zusammenhang mit einem Kampf oder während eines Kampfes, so wird eine notwendige Entscheidung durch den Hauptkampfrichter zusammen mit dem Kampfflächenleiter, ggf. unter zusätzlicher Hinzuziehung des Kampfrichterreferenten, getroffen.

12.8. In sonstigen hier nicht aufgeführten Streitfällen entscheidet beim Liga-Wettkampf auf Bundesebene die Geschäftsführung der DKBBL zusammen mit dem Fachbereichsleiter "Reglement", dem Fachbereichsleiter "Organisation" sowie dem Fachbereichsleiter "Bundeskampfrichterwesen".

Anhang I >> Verhaltensmaximen


Die DKBBL ist bemüht eine Umgebung zu schaffen, in der sich jeder Teilnehmer wohl und gut aufgehoben fühlen kann.

Dieses Ziel hofft die DKBBL mit der Aufstellung der sogenannten Verhaltensmaximen bestmöglich zu erreichen. Diesbezüglich stellen diese Maximen für einen Jeden ein Grundregelmanifest dar, an das sich jeder halten soll und auch darauf vertrauen darf, dass andere während der Wettkämpfe und darüber hinaus, sich daran halten.

Grobe Verstöße gegen diese Maximen können die DKBBL dazu veranlassen, den Betreffenden oder gar seinen ganzen Verein / Sporteinrichtung von der Veranstaltung auszuschließen oder auf Lebzeiten zu sperren.


Die Verhaltensmaximen sind an den Bushidō angelehnt und sollten daher jedem Kampfsportler aus seiner Ausbildung bekannt sein…

Im Folgenden werden sie jedoch nochmals, um sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, aufgezählt:


I. Treue und Achtung

II. Höflichkeit und Fairness

III. Offenheit und Aufrichtigkeit